
Ich drücke auf Play. Langsam erhebt sich eine Geige aus der Stille, sie ist nicht aufdringlich, eher seicht, versucht sich im Hintergrund zu halten. Macht dem Sprecher Platz.
There’s a war going on for your mind // Media mavens mount surgical strikes from trapper keeper collages and online magazine racks // Cover girl cutouts throw up pop-up ads // Infecting victims with silicone shrapnel
Eine Snaredrum setzt ein, als spielte sie auf einer Militärparade. Der Sprecher wird ernsthafter, lauter, unterstreicht das Gesagte mit bestimmender Betonung.
Worldwide passenger pigeons deploy paratroopers // Now it’s raining pornography // Lovers take shelter // Post-production debutantes pursue you in nascar chariots // They construct ransom letters from biblical passages and bleed mascara into holy water supplies // There’s a war going on for your mind // Industry insiders slang test tube babies to corporate crackheads
Der Ausdruck wird verstärkt durch die Bassdrum. Uns wird ins Gewissen geredet. »Seht ihr eigentlich was da draußen vor sich geht?« Es wird melodiöser.
They flash logos and blast ghettos // Their embroidered neckties say “stop snitchin’” // Conscious rappers and whistleblowers get stitches made of acupuncture needles and marionette strings // There is a war going on for your mind // Professional wrestlers and vice presidents want you to believe them // The desert sky is their bluescreen // They superimpose explosions // They shout at you
“Pay no attention to the men behind the barbed curtain // Nor the craters beneath the draped flags // Those hoods are there for your protection // And meteors these days are the size of corpses // There’s a war going on for your mind // We are the insurgents
Mit diesem Donnerschlag beginnt das dritte Album »Fight With Tools« der Flobots aus Denver, Colorado. Als ich gestern im Plattenladen meines Vertrauen seit langem wieder vorbei schaut, empfahl mir der Plattenverkäufer meines Vertrauens diese Scheibe mit den Worten: »Warte noch ein paar Monate, dann sind diese Jungs und Mädels das nächste große Ding.«
Wahrlich, gehört hatte ich von ihnen noch nichts. In keinem der vielen von mir verfolgten Musikblogs, egal, ob amerikanische britisch, oder deutsch fiel nur einmal dieser Bandname.
Das verwundert doch ein bisschen, da die Flobots nicht nur einen saucoolen Bandnamen haben, sondern auch einen frischen, kompromisslosen Mischmasch aus Hip-Hop, Indie/Progressive-Rock und diversen Funkelementen darbieten. Habe ich vergessen die Geigerin zu erwähnen?! Zudem kreieren die beiden Rapper Brer Rabbit und Jonny 5 mit ihren sozialkritischen, durchweg politisch motivierten Texten, eine Welt, die, auch dank der Selbstreferentialität, nach ihren eigenen Regeln funktioniert.
»[mp3, YouTube] Flowbots - Handlebars
»[mp3] Flobots - Stand Up
Und hier kann man in das komplette Album reinhören.









