Eine weitere Folge Kurzplattenbesprechungen kümmert sich um markante Stimmen, das Dschungelbuch und MGMT.
1. Kapitel: Alex Turner. Neben dem Geschrammel der Gitarren ist es seine Stimme die die Arctic Monkeys auszeichnet. Unverwechselbare Stimmen und Akzente sind wichtig heutzutage. Man geht leicht unter. Seine Stimme ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit mit The Last Shadow Puppets. Hier gibt es erwachsenen Rock mit Streichern und Bläsern, arrangiert und produziert von keinem geringeren als Owen Pallet (Final Fantasy). Keine Möglichkeit zu verweichlichen von »The Age Of The Understatement« lassen der als Turner Erbe proklamierte Miles Kane von The Rascals und James Ford von Simian Mobile Disco.
»»»»»»»»::|
2. und letztes Kapitel: Ade Blackburn. Kennt man noch nicht, richtig. Er ist nicht ganz so das Stimmwunder wie Turner, sollte sich mit Clinic aber nicht verstecken. »Do It!«, ihre fünfte Scheibe mittlerweile, wartet mit leicht verstörtem elektronischen Gitarrensound, hier mal pumpend, dort mal sphärisch flächig. Punktierter Einsatz von Drumcomputern verstärken die Tanzbarkeit. Die passenden Klänge um dabei völlig durchzudrehen wurden auch eingebrannt. Da verzeiht man ihnen auch die albernen Mundschutzmasken die sie auf jedem Bild tragen.
»»»»::::::|
Nach dem 20. Durchlauf von »Alegranza« musste ich plötzlich an das Dschungelbuch oder König der Löwen denken. El Guincho, bestehend aus dem Spanier Pablo Díaz-Reixa, klingt auf seinem seinem Debüt eindeutig nach Sommer, Savanne und singenden Löwenbabys. Ohne den Vergleich mit der comicschen Tierwelt könnte man Afrobeat und Dub an einem Südseestrand anführen. Steeldrums trifft sich hypnotisch wiederholende Phrasen und Sampling-Orgien. Wenn ich diese wunderbar in die Sonne passende Platte das nächste Mal dorthin mitnehme, darf ich nur nicht an Simba oder Mowgli denken.
»»»»»»::::|
»This is our decision to live fast and die young / We’ve got the vision, now let’s have some fun.« ist eine der ersten Zeilen aus »Oracular Spectacular« der New Yorker MGMT. Bei den Inhalten der ersten Single fragt man sich auch wie MTV das ausstrahlen möchte. Verpackt werden diese Texte in einen flauschigen Mantel aus synthetischem Glam-Rock im Stile der 80er Jahre.
Die Musik von Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser muss entdeckt werden, bei mir dauerte das auch eine ganze Weile. Jetzt bekomme ich sie nicht mehr weggedeckt.
»»»»»»»:::|
Lies weiter →





